DB Mobility Networks Logistics

Die deutschen Bahnen – Bundes- und Reichsbahn – machten noch 1993 jeden Tag 20 Millionen Mark Verlust, verloren Fahrgäste und Güterkunden, waren ein Sanierungsfall. Mit der Bahnreform 1994 wurde die Deutsche Bahn AG gegründet. Heute ist sie als Europas führende Eisenbahn und Nummer 2 der internationalen Speditions- und Logistikbranche eines der weltweit größten Verkehrsunternehmen. 230.000 Mitarbeiter in 150 Ländern, davon 190.000 in Deutschland, setzen sich täglich dafür ein, Mobilität und Logistik für die Kunden sicherzustellen und die dazugehörigen Verkehrsnetze auf der Schiene, im Landverkehr sowie in der See- und Luftfracht effizient zu steuern und zu betreiben. Im Geschäftsjahr 2006 betrug der Umsatz der DB AG 30,1 Milliarden Euro und das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (EBIT) 2,1 Milliarden Euro.

Kern des Unternehmens ist die Eisenbahn in Deutschland mit täglich rund 5 Millionen Kunden im Personenverkehr und 840.000 Tonnen beförderter Güter. Die DB AG wickelt dafür auf ihrem modernen, 34.000 Kilometer langen und für Wettbewerb geöffneten Streckennetz täglich über 39.000 Zugfahrten ab. Stoßrichtungen der DB-Strategie sind Verkehrsträger übergreifende Reise- und Logistikketten. Das Unternehmen folgt damit den sich wandelnden Anforderungen der Märkte, die zunehmend effiziente und umweltverträgliche Dienstleistungen aus einer Hand nachfragen. Die Deutsche Bahn AG bietet damit schon heute Antworten auf die bestimmenden Trends der weltweiten Arbeitsteilung, des Klimawandels und der Deregulierung. Mit einem Bruttoinvestitionsvolumen von durchschnittlich über 6,5 Milliarden Euro pro Jahr zählt die Deutsche Bahn zu den größten Investoren des Landes. Einer der Schwerpunkte ist das rollende Material. So wird seit Sommer 2005 die komplette ICE-1-Flotte einem umfassenden Redesign unterzogen. Für rund 180 Millionen Euro wird der Komfort für die Fahrgäste deutlich erhöht. Auch im Güterverkehr setzt die Bahn auf neue Entwicklungen etwa bei Wagen und Fahrzeugtechnik. Schwerpunkt der Investitionen ist die Infrastruktur mit Schienennetz, Personenbahnhöfen sowie technischen und baulichen Anlagen. Allein in diesen Bereich flossen seit der Bahnreform über 63 Milliarden Euro. Die damit verbundene Bautätigkeit erfolgte größtenteils bei laufendem Betrieb, was angesichts der dichten Zugfolge in Deutschland ein enormer logistischer und planerischer Kraftakt war. Um die Einschränkungen möglichst gering zu halten, wurde nachts, am Wochenende und gebündelt in Linienbaustellen gearbeitet.

Eine Herausforderung des Jahres 2006 war der 28. Mai. Noch nie zuvor in der Geschichte der DB AG gingen an einem Tag so viele Großprojekte ans Netz. Zum Fahrplanwechsel im Mai wurden die Neu- und Ausbaustrecke Nürnberg-Ingolstadt-München und die Ausbaustrecke Berlin-Halle/Leipzig für den Hochgeschwindigkeitsverkehr geöffnet. Weitere Highlights waren die Inbetriebnahme des modernen Berliner Hauptbahnhofs, der neuen Nord-Süd-Verbindung sowie weiterer Hauptstadtbahnhöfe. Eine qualitativ hochwertige Infrastruktur ist die zentrale Voraussetzung für einen reibungslosen Schienenverkehr. Zur Optimierung der Struktur bündelte die DB AG im laufenden Geschäftsjahr Aktivitäten rund um Infrastruktur und Dienstleistungen. Dies umfasst dann die Personenbahnhöfe, das Netz, die Energieversorgung und die umfangreichen Dienstleistungen im Service-, Facility-Management-, Fuhrpark-, IT-, Telematik- und Fahrzeuginstandhaltungsbereich. Hinzu kommen zukünftig hier auch die Projektbauaktivitäten. Die DB AG zielt auf die weitere Vereinfachung von Schnittstellen – insbesondere zwischen den Infrastrukturunternehmen und in deren Verhältnis zu infrastrukturnahen Dienstleistern, aber auch zu den bei unseren Infrastrukturaktivitäten involvierten Gebietskörperschaften.