Ökononomische Funktion für die Rentnergeneration

Ökononomische Funktion für die Rentnergeneration
Dr. Bruno Klein

Obwohl die Langzeitprognosen des Statistischen Bundesamtes seit vielen Jahren die demographische Entwicklung, insbesondere auch das Altern der Gesellschaft in Deutschland vorhergesagt haben, sind die damit verbundenen Probleme weitgehend verdrängt worden. Erst die akuten Finanzprobleme der Sozialversicherungen und ihre Verschärfung in einer absehbaren Zukunft haben ein öffentliches Bewusstsein und Interesse auch an den ökonomischen Folgen gesellschaftlichen Alterns bewirkt. Die bisherigen Lösungsansätze, die sich vorrangig auf Kostensenkung durch Leistungsreduzierung beschränken, greifen zu kurz. Sie dominieren die Diskussion so einseitig, dass die kulturelle und soziale Dimension in die Expertenrunden verdrängt wird.

Doch erst mit neuen Formen eines harmonischen Zusammenlebens der Generationen werden die Grundlagen dafür geschaffen, dass 30 Jahrgänge an Rentnern nicht beziehungslos neben 35 Jahrgängen an Erwerbstätigen stehen. Die ökonomische Rolle der Rentner darf sich nicht auf ihren Konsum beschränken, sie müssen vielmehr eine für sie angemessene und selbst gewählte Form produktiver Tätigkeit finden können. Das funktioniert nicht, wenn die Generationen in ihrem Lebens- und Wohnumfeld separiert sind, wenn schon in dieser Trennung die wirtschaftliche Funktionslosigkeit der Rentnergeneration deutlich wird. Die Stadt der Gegenwart, die von diesem Problem stärker als der ländliche Raum betroffen ist, bietet noch wenig Ansätze, die Trennung zu überwinden. Die Stadt der Zukunft muss eine Lösung finden – nur dann kann der Alterungsprozess der Gesellschaft konstruktiv bewältigt werden.