Kultur der Planung
Prof. Dr. Karl-Werner Schulte
Eine neue ‚Kultur der Planung‘ signalisiert uns seit geraumer Zeit den Abschied von ‚modernen Planungskonzepten‘. Erleichtert und beschleunigt wird dieser Prozess nicht nur durch den Leerstand von einzelnen Wohn- und Arbeitsräumen, sondern auch ganzer Stadtquartiere und ‚Städte am Stadtrand‘ gerade aus dieser Planungs- und Gestaltungsepoche. Wie bereits angesprochen waren moderne Planungskonzepte ausgerichtet an rationalistischen, technokratischen, betriebswirtschaftlichen und funktionalistischen Gesamtlösungen, ohne dabei die Kultur-, Orts-, Sozialstruktur- oder Nutzerspezifisch ausreichend zu beachten. So entstanden all die Projekte, die den Geist der exakten Kalkulation von Arbeitsvorgängen oder Wohnfunktionen in architektonische und städtebauliche Formen gossen, dabei aber Kreativität, Genuss, Wohlbehagen und Vielfalt vergaßen.
Maßgeschneiderte Projekte
Projektentwickler sollten interdisziplinär, kooperativ und in kleinen Schritten planen lernen. Im perspektivischen Sinn sollten sie gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und sich in ‚inkrementalistischer Strategie‘ auf die Praxis, auf den Geschmack ihrer späteren Nutzer einlassen. Eine enge Vernetzung von Projektentwicklungen und Klientel stabilisiert und effektiviert den Entwicklungsprozess von Projekten, der heute von der Standortauswahl über die Standortentwicklung, die Findung und Zusammenführung geeigneter Nutzer und die Projektumsetzung bis hin zu Projektbetreuung reicht. In dieser Perspektive wird Projektentwicklung immer deutlicher zur nutzerorientierten Dienstleistung.


