Gesellschaftlicher Wandel und seine soziale Facetten
Prof. Dr. Peter Rhein
Nichts ist für ein Land auf Dauer so folgenreich wie die Entwicklung seiner Bevölkerung. Deutschland und Europa stehen vor einem neuen, unvertrauten Abschnitt ihrer Geschichte. In den kommenden fünfzig Jahren werden die europäischen Gesellschaften von Bevölkerungsschwund, Alterung und außereuropäischen Zuwanderern tiefgreifender verändert als während des ganzen 20. Jahrhunderts. An die Stelle eines robusten demographischen Fundaments, auf dem die Europäer ihre Volkswirtschaften, ihre gesellschaftlichen Institutionen, ihre politischen Strukturen und individuellen Lebensplanungen gründeten, wird ein fragiles Gebilde treten, dessen Tragfähigkeit davon abhängt, wie geschickt und klug die Lasten verteilt werden.
Stadtsoziologische Bemerkungen
Die ‚soziale Stadt‘ als Modell für den Interessenausgleich der Stadtbevölkerung steckt tief in der Krise. Gleichzeitig steigt der Umfang der sozialen Integrationsaufgaben der Städte gegenüber den Verlierern der gesellschaftlichen und der ökonomischen Modernisierung und gegenüber den ethnischen Minderheiten. Wie wirken sich die massiven Desintegrationsprozesse auf die Integration von Teilen der Mehrheitsbevölkerung und Minderheiten aus? Welche Konfliktpotentiale existieren und mit welchen Konflikten müssen wir in der nahen Zukunft rechnen? Sind die Einzelnen wie aber auch die Kollektive überhaupt noch konfliktfähig und das insbesondere auch in denjenigen Sozialräumen, in denen der Problemdruck kumuliert?


